Druckgaren oder verständlicher ausgedrückt – Garen im Schnellkochtopf – ist die grobe Keule beim Zusammenspiel von Garen, Flüssigkeit und Lebensmittel. Während auf einem normalen Topf ein Deckel nur lose aufliegt und der entstehende Dampf so entweichen kann, wird ein Schnellkochtopf fest verschlossen und mit einem Gummiring abgedichtet.

Da der Wasserdampf nun nicht mehr entweichen kann steigt natürlich der Innendruck. Unterm Strich heißt Druck auch immer Änderung, in diesem Fall kocht das Wasser dann nicht mit 100 Grad, sondern erst bei rund 115 Grad. Umgekehrt ist es natürlich auch so, dass wenn der Druck niedriger ist das Wasser früher kocht. Auf 3000 Metern Höhe kocht Wasser deshalb schon bei rund 90 Grad (geringerer Luftdruck in den Bergen).

Da es sich hier um Wasser handelt, ist das etwas anderes als wenn man die Temperatur im Backofen einfach um 15 Grad erhöhen würde. Denn man muss bedenken, dass fast alle unserer Lebensmittel aus Wasser bestehen und nur deshalb garen weil eben dieser Wasserbestandteil auf maximal 100 Grad erhitzt werden kann. Im Klartext: Im Backofen mit 115 Grad wird das Wasser aufgrund des Drucks nur auf 100 Grad erhitzt. Im geschlossenen Druckkessel steigtdie Wassertemperatur (auch im Gargut) auf 115 Grad.

Da ja bis zu einer bestimmten Temperatur (rund 70 Grad) innerhalb des Garguts erstmal nichts (außer dass ein paar Vitamine verloren gehen) passiert, geht es letztlich um die Temperaturdifferenz. Wo also sonst nur 30 Grad „Mehr-Temperatur“ (bei 100 Grad) für den Garprozess verantwortlich sind, sind es im Schnellkochtopf gleich 45 Grad. Das sind 50% extra, was auch in etwa der Reduzierung der Kochzeit entspricht.

Durch ein paar andere Einflüsse spricht man von bis zu 2/3 Verkürzung der Garzeit. Diese zeitliche Verkürzung ist zwar recht bequem, aber ob das gut oder schlecht für das Gesamtergebnis ist liegt im Auge des Betrachters. Die Gefahr besteht sehr schnell im Übergaren, da nur 2 Minuten mehr im Schnellkochtopf 6 Minuten in normal kochendem Wasser oder Dampf entsprechen.

Je empfindlicher gegart werden muss, desto genauer muss die Garzeit sein. Da dies teilweise nur schwer praktizierbar ist, verwendet man Druckgaren hauptsächlich dort wo die Kochzeit regulär 1,5 Stunden und mehr betragen würde. Weil das recht selten geworden ist (früher hat man häufiger deftige Gerichte gekocht), findet man die Schnellkochtöpfe nicht mehr in jedem Haushalt.

Sinn machen sie heute nur noch um getrocknete Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen) zu garen. 

Druckgaren profitiert von der Extratemperatur ab 100 °C