Ganz simpel ausgedrückt: Niedertemperatur heißt immer Temperatur unter 100° C, genauer gesagt ab 60 bis ca. 80° C.

Diese Art des Garens kann entweder alleine oder in Verbindung mit anderen Methoden angewendet werden. Bis auf die wenigen Ausnahmen von Produkten, die wirklich mit höheren Temperaturen behandelt werden müssen, liegt der Vorteil darin etwas garen zu können ohne es zu übergaren. Das macht zeitlich flexibel und garantiert im Vergleich oft ein besseres Ergebnis bis hin zur Perfektion bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos.  

Arbeitet man in Kombination mit anderen Methoden, können diese entweder vorher oder nachher erfolgen. Niedertemperatur isoliert also den eigentlichen Garprozess von weiteren Einflüssen. Damit ist der entscheidende Faktor für das Endergebnis mit ziemlicher Sicherheit auf sanfte Weise erfüllt. Man bewegt sich vom Ziel aus quasi rückwärts oder so gesehen wird das Ziel zum Startpunkt. Bei Fleisch wird deshalb auch häufig der Begriff „rückwärts Garen“ verwendet.

Weil sich die einzelnen Eigenschaften von Lebensmitteln hauptsächlich beim Überschreiten einer bestimmten Temperatur ändern, kann man mit dieser Methode relativ lange an eine erzielte Garstufe festhalten und zum benötigten Zeitpunkt abrufen. Da der moderne Backofen standardmäßig über wählbare Temperatureinstellungen verfügt, ist er der ideale Partner für diese Art von Zubereitung.

Nimmt man jetzt als Beispiel einen Braten, kann man entweder zuerst die Krustenbildung herbeiführen und dann mit niedriger Temperatur fertig garen. Oder man verlegt diesen Prozess vor und bildet die Röstaromen zum Schluss. Was an welcher Stelle besser ist hängt unter anderem davon ab was man mit weiteren Zutaten (Kräuter, Gewürze) erreichen will. Je weniger Kräuter und Gewürze eine Rolle spielen oder verwendet werden, desto unwichtiger wird es welcher Schritt zuerst erfolgt. 

Diese Definition trifft es schon ganz gut: Niedertemperaturgaren heißt vom Ziel aus rückwärts zu gehen um nicht darüber hinaus zu schießen.