Wasserbadgaren ist letzlich Niedertemperaturgaren, allerdings mit einem Unterschied: Hier ist der Weg das Ziel, d.h. man nutzt nicht die Endtemperatur, sondern den Prozess des Erwärmens dorthin.

Da sich ein Behälter in einem Gefäß mit Wasser nur langsam erwärmt, gebraucht man diesen Effekt um entweder etwas kontrolliert schmelzen zu lassen ohne dass es eine bestimmte Temperatur übersteigen kann. Alternativ man führt eine flüssige Masse an eine Temperatur heran bis sie anfängt ihre Konsistenz zu ändern und damit auch die Eigenschaften.

Das Wasserbad dient also letztlich nur zur Dämpfung der Hitzequelle. Im Gegensatz zum Niedertemperatur-Garen kann die Gradzahl hier noch geringer sein, da es nicht um feste gewachsene Verbindungen wie z.B. Fleisch geht,  sondern um Flüssigkeiten die durch permanentes Umwälzen erst eine bestimmte Konsistenz bilden müssen.

Dieses Umrühren ist auch der eigentliche Schlüssel. Während bei allen anderen Garmethoden immer eine Erwärmung von außen nach innen erfolgt, wird hier durch Vermischen von kälteren und wärmeren Zonen mit ganz geringen Differenzen gleichmäßig die Temperatur gesteigert. Je nach gewünschtem Ziel kann das sehr zeitintensiv sein. Das Ergebnis unterscheidet sich aber in den meisten Fällen erheblich von anderen Zubereitungsarten, da man keine Schichtbildung erhält.

Als einfaches Beispiel kann man ein einfaches Rührei nehmen. In der Pfanne zubereitet ist nur eine Konsistenz möglich, nämlich relativ fest. Im Wasserbad erreicht man cremig bis dickflüssig und vor allem homogen da nie der Punkt erreicht wird an dem zu viel Flüssigkeit schlagartig verdampft.

Wasserbad ist die spitze Pinzette für das Erwärmen von rührfähigen Massen.